Aktuelles - Detailansicht
|
Automatische Standsicherheitseinschätzung bietet Sicherheit für Anwender von Ladekranen 11.06.2010 08:15
Fehleinschätzung der Abstützung oder auch mal Fahrlässigkeit und Eile – das waren bis jetzt die häufigsten Ursachen für Unfälle bei Fahrzeugen mit Ladekranaufbau. Geht es nach der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42 EG und der EN 12999 in der vorgesehenen Fassung, sollen Situationen dieser Art zumindest bei Neuaufbauten und -fahrzeugen der Vergangenheit angehören. Denn die auch für die Schweiz gültigen Richtlinien verlangen eine automatische Stützenüberwachung zur Gewährleistung der Standsicherheit des Fahrzeuges in der jeweiligen Anwendungssituation. Der Hersteller HIAB – vertreten durch den Kranspezialisten Notterkran AG, Boswil – erfüllt diese Anforderungen mit dem neu entwickelten VSL-System – dem Variablen Stabilitäts-Lektor, das seit Anfang 2010 Bestandteil aller neu ausgelieferten Kransysteme von HIAB ist. Die vorgesehene neue Krannorm EN 12999 A3 formuliert, dass "für Krane mit einer Tragfähigkeit von 1.000 kg oder darüber hinaus oder einem maximalen Nennhubmoment von 40.000 Nm oder darüber die Standsicherheit des Fahrzeuges in die Sicherungsfunktion der Überlastsicherung einbezogen sein muss". Gemeint ist: Der Ladekran darf nur in Situationen in Betrieb sein, in denen eine Standsicherheit des Fahrzeuges gewährleistet ist. Das VSL-System von HIAB ermittelt hierzu permanent über den eigenen Bordrechner Druckwerte und Stellung des Kranarmsystem sowie die horizontale Position des Stützbeinzylinders und die vertikale Position des Stützbeintellers. Diese Daten werden mit dem Standsicherheitsberechnungssystem des HIAB Bordrechners abgeglichen und bei einer möglichen Unsicherheit der Kranbetrieb eingeschränkt. Was zuerst klingt wie ein deutlicher Mehraufwand und Nutzungseinschränkung des Ladekranfahrzeuges, entpuppt sich schnell als echter Vorteil im täglichen Einsatz. Denn das VSL-System von HIAB adaptiert kontinuierlich die Ladekranhubkapazität unter Berücksichtigung der Geometrie der Abstützeinrichtungen und des Kranarm-Schwenkwinkels. Für den Anwender bedeutet dies: das jeweils zur Verfügung stehende Stabilitätspotential des Trägerfahrzeuges kann ohne Risiko voll ausgeschöpft werden. Insbesondere in beengten Raumsituationen, wenn die Stützen nicht ganz ausgefahren werden können, weiss der Anwender, wie weit er das Kransystem belasten kann, ohne sich und das Fahrzug zu gefährden. Eine erste Einschätzung kann er zudem über ein Diagramm vornehmen, das speziell für den individuellen Kranaufbau vor der Auslieferung erstellt wird. Über den Bordrechner werden dem Fahrzeug- und Kranführer dann die aktuelle Belastungssituation eingespielt. Erste Praxistests und Erfahrungen von Notterkran-Kunden bestätigen die positive Einschätzung. Was anfänglich als weitere 'bürokratische Bürde' interpretiert wurde, hilft dem Anwender und erhöht letzten Endes die Einsatzvielfalt des jeweiligen Fahrzeuges. Das VSL-System ist seit Anfang 2010 in allen neu ausgelieferten Kransystemen von HIAB fester Bestandteil. Nicht implementiert wurde das System bei den Forstkranen der Marke Jonsered/Loglift, da die neuen Anforderungen für Holz-Ladekrane nicht gelten. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Krannorm EN 12999 A3 infolge Einspruchs noch nicht rechtskräftig ist, die Stützenüberwachung aber bald definitiv verlangt sein wird. Weitere Informationen: info(at)notterkran.ch <- Zurück zu: Aktuelles |


